Cyberangriff vs. Cyberbedrohung vs. Cyberrisiko

Die Begriffe „Cyberangriff“, „Cyberbedrohung“ und „Cyberrisiko“ sind eng miteinander verwoben und werden oft synonym verwendet. Aber sie bedeuten nicht alle das Gleiche.

Ein Cyberangriff ist eine offensive Aktivität, während eine Cyberbedrohung die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines bestimmten Angriffs darstellt. Und schließlich misst ein Cyber-Risiko in der Regel die Wahrscheinlichkeit und die Auswirkungen potenzieller Schäden aufgrund einer Sicherheitsverletzung.

So ist beispielsweise ein DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) eine Cyber-Bedrohung für Unternehmen mit Online-Einzelhandels-Websites. Das damit verbundene Cyberrisiko besteht in der Regel in Umsatzeinbußen und kostspieligen Ausfallzeiten der Domain.

Cyberangriffe sind nicht zu stoppen und entwickeln sich ständig weiter. Wenn Sie den Risiken und Folgen dieser Angriffe immer einen Schritt voraus sein wollen, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen den einzelnen Phasen zu verstehen. In diesem Artikel werden wir die kleinen, aber wichtigen Unterschiede zwischen Cyber-Risiko, Cyber-Bedrohung und Cyber-Angriff erläutern.

So können Sie sich adäquat vorbereiten und proaktive Maßnahmen ergreifen.

Lesen Sie weiter, um einen detaillierten Einblick in diese Definitionen und mehr zu erhalten.

Was ist ein Cyberrisiko?

Jede Gefahr eines finanziellen Verlusts, einer Unterbrechung oder einer Schädigung des Rufs einer Organisation durch den Ausfall ihrer IT-Systeme wird als Cyberrisiko eingestuft. Solche Risiken können sich auf verschiedene Weise manifestieren, unter anderem:

  • Beabsichtigte und unbefugte Sicherheitsverletzungen, um in private Systeme einzudringen
  • Unbeabsichtigte oder unvermeidbare Sicherheitsverstöße
  • Schlechte Systemintegrität, die betriebliche IT-Gefahren birgt

Schlecht gemanagte Cyberrisiken können Ihr Unternehmen mehreren Cyberangriffen aussetzen, die vom Datenverlust bis zum finanziellen Ruin reichen können. Darüber hinaus sehen sich Unternehmen häufig mit einem Alptraum der Öffentlichkeitsarbeit konfrontiert, wenn sie versuchen, gestohlene Vermögenswerte wiederzubeschaffen, weiteren Diebstahl zu verhindern und ihren professionellen Ruf wiederherzustellen.

Cyberkriminalität lauert immer hinter der nächsten Ecke, egal ob Sie ein kleines Unternehmen oder ein Multimilliarden-Dollar-Konzern sind. Ohne die richtigen Vorsichtsmaßnahmen sind Unternehmen viel anfälliger für solche Cyberangriffe.

Was ist eine Cyber-Risikobewertung?

Bei einer Risikobewertung der Cybersicherheit werden System-, Daten-, Hardware- oder andere Schwachstellen ermittelt, die von Cyberkriminellen ausgenutzt werden könnten, und anschließend die zahlreichen Risiken bestimmt, die sich auf IT-Ressourcen auswirken könnten.

Je umfangreicher und komplexer Ihr digitaler Betrieb ist, desto höher ist Ihr Cyberrisiko. Hier sind einige Faktoren, die zu einem erhöhten Cyberrisiko beitragen können:

  • Mitarbeiter oder Verbraucher, die aus der Ferne auf Systeme zugreifen
  • Mitarbeiter, die unternehmenseigene Geräte zu Hause oder unterwegs nutzen
  • Gewährung von Verwaltungsrechten für Mitarbeiter im Unternehmensnetzwerk oder auf PCs
  • „Bring Your Own Device“ (BYOD)
  • Öffentlicher Zugang zu Geschäftsräumen (ohne Ausweis)
  • Mitarbeiter, die ungesicherte Computer benutzen, um auf Bankkonten zuzugreifen und Überweisungen zu tätigen
  • Versäumnis, Passwörter regelmäßig zu aktualisieren
  • Netzwerkausfälle, die zu kritischen Datenverlusten führen
  • Versäumnis, die Richtlinien Ihres Unternehmens zur Cybersicherheit regelmäßig zu bewerten und zu aktualisieren

Jedes Unternehmen ist irgendwann mit der Möglichkeit eines Cyberangriffs konfrontiert. Wenn Sie jedoch wissen, wie hoch Ihr Risiko ist und wie Cyberangriffe ablaufen können, können Sie eine effektive Reaktion planen.

Was ist eine Cyberbedrohung?

Eine Cyberbedrohung ist die Möglichkeit eines Cyberangriffs, der versucht, das System Ihres Unternehmens oder vertrauliche Daten zu beschädigen, zu stören oder sich unbefugt Zugang zu ihnen zu verschaffen. Cyberbedrohungen können von innerhalb eines Unternehmens oder von Cyberkriminellen von außen ausgehen.

Die Gefahr liegt jedoch in der Absicht des Angreifers und in den möglichen Auswirkungen. Während viele Cyberangriffe nur ein geringes Ärgernis darstellen, sind andere schwerwiegender und können sogar Menschenleben bedrohen.

Cybersecurity-Bedrohungen lassen sich je nach Absicht in drei große Kategorien einteilen: finanzieller Gewinn, Störungsspionage oder Unternehmensspionage.

Böswilligen Akteuren steht ein breites Spektrum an Angriffsstrategien zur Verfügung. Zu den beliebten Cyberbedrohungen gehören:

  • Malware: Bösartige Software, die eine bestimmte Aufgabe auf einem Zielgerät oder -netzwerk ausführt, z. B. die Beschädigung von Daten oder die Übernahme der Kontrolle über ein System.
  • Phishing: Ein Social-Engineering-Angriff, bei dem ein Opfer dazu verleitet wird, vertrauliche Informationen preiszugeben oder eine andere Aktion durchzuführen, z. B. das Herunterladen eines bösartigen Links.
  • Man-in-the-Middle-Angriff (MitM): Wenn ein Angreifer eine Position zwischen dem Absender und dem Empfänger elektronischer Nachrichten einnimmt und diese abfängt, wobei er sie manchmal auf dem Weg dorthin verändert.
  • Trojaner-Angriff: Eine Art von Malware, die in ein Zielsystem eindringt und wie etwas anderes aussieht, z. B. eine Standardsoftware, dann aber gefährlichen Code im Host-System freisetzt.
  • Ransomware-Angriff: Daten auf dem System oder Gerät des Opfers werden verschlüsselt, und es wird ein Lösegeld gefordert, wenn der Benutzer wieder Zugriff auf die Daten erhalten möchte.
  • Denial-of-Service-Angriff (DDoS): Ein Angreifer überlastet absichtlich das System einer Organisation, so dass es ausfällt.

Was ist ein Cyberangriff?

Der Begriff „Cyberangriff“ wird in der Regel als böswillige Handlung definiert, die darin besteht, Daten durch unbefugten Zugriff auf Computer- oder Netzwerksysteme zu stehlen, zu zerstören, offenzulegen, zu deaktivieren oder zu verändern.

Ein Cyberangriff bezieht sich auch auf einen politisch motivierten Angriff durch Nationen oder nichtstaatliche Organisationen wie Terroristen. Darüber hinaus umfasst dieser Begriff auch die Cyberkriminalität, d. h. kriminelle Handlungen im Cyberspace, wobei sich die Definition mit zunehmender Komplexität und Verbreitung der Cyberkriminalität ändert.

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) werden bei Cyberangriffen häufig eingesetzt, um herkömmliche Straftaten wie den Diebstahl geistigen Eigentums, Belästigung und Betrug zu verstärken. Darüber hinaus haben andere Arten der Kriminalität, wie z. B. Identitätsdiebstahl, im Cyberspace explosionsartig zugenommen.

Hacking und DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) sind Beispiele für neue Cyberangriffe, die mit Hilfe von IKT durchgeführt werden. Cyberangriffe haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt und stellen eine immer größere Bedrohung für die nationale Sicherheit dar.

Angriffe können eine Vielzahl von Motiven haben, die von Sabotage und Spionage bis hin zu Diebstahl, Betrug und Hacktivismus reichen. Außerdem können Angriffe zielgerichtet sein, wie z. B. der Angriff des Stuxnet-Virus auf die iranischen Nuklearsysteme. Sie können auch ungezielt sein, wie z. B. Phishing-Angriffe, die an zahlreiche E-Mail-Adressen gerichtet sind.

Cyberangriffe nutzen Schwachstellen in Computersystemen und Datennetzen aus oder verleiten Personen dazu, Unbefugten Zugriff zu gewähren, um Daten und Systeme zu stehlen, zu zerstören oder zu manipulieren. Im Allgemeinen haben diese Angriffe eine der drei folgenden Formen:

  • Versuche, die Vertraulichkeit zu verletzen und sich Zugang zu sensiblen Informationen zu verschaffen
  • Veränderung, Manipulation oder Beeinträchtigung von Daten und Computersystemen, um die Integrität einer Organisation anzugreifen
  • Böswillige Verweigerung oder Einschränkung des Zugangs zu Daten oder Systemen durch rechtmäßige Eigentümer

Wenn ein Cyberrisiko zu einem aktiven Cyberangriff wird

Das Verständnis des Unterschieds zwischen Bedrohungen und Risiken ist entscheidend für das Verständnis der Risikolage Ihres Unternehmens. Ein Unternehmen kann eine umfassendere Cyber-Risikobewertung durchführen, wenn die Auswirkungen besser verstanden werden.

Darüber hinaus ermöglicht die Kenntnis der Unterschiede zwischen Cyber-Risiko, -Bedrohung und -Angriff eine bessere Kommunikation zwischen den Sicherheitsteams, der Geschäftsleitung und den Anbietern, was zur Risikominderung beiträgt.

Cyberangriffe lassen sich im Voraus nur schwer, wenn überhaupt, vorhersagen. Sie können sich jedoch besser auf einen Verstoß gegen die Cybersicherheit vorbereiten, indem Sie die Risiken und Bedrohungen regelmäßig bewerten.

So sind beispielsweise nicht gepatchte Software, Social Engineering und schlechte Passwortverwaltung derzeit die Hauptursachen für Datenschutzverletzungen. Der erste Schritt bei der Ermittlung des Risikos für Ihre Vermögenswerte besteht darin, die Bedrohungen genau zu identifizieren.

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